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The Crumbs

Obszönität und Tabubruch: Bekenntnisse zum Hin- und Wegschauen

Interdisziplinärer Workshop am Institut für Medienkultur und Theater der Universität zu Köln

3. Mai 2019 | 10-18h, Raum 233 im COPT-Gebäude (Gebäude 315)
Luxemburger Str. 90 | 50939 Köln

 

Anmeldungen bis 19.4.2019 unter: veronique.sina@uni-koeln.de

 

Organisation: Dr. Kalina Kupczynska (Łódź) und Dr. Véronique Sina (Köln)

 

Zum Programm

 „(…) in Worten läßt Crumb ständig die Hosen runter, in den zahllosen Zeichnungen aber zieht er sie wieder hoch und schreitet mit festem Schritt sein Terrain ab“ schrieb Robert Gernhardt 1982 in „Der Spiegel“, anlässlich der Veröffentlichung von Crumbs „Sketchbook 1966-1967“ im deutschen Verlag Zweitausendeins . Zu dieser Zeit war Aline Kominsky-Crumb in Deutschland weitgehend unbekannt, und dies obwohl Crumb „sein Terrain“ bereits seit 1972 immer wieder in Form kollaborativer Arbeiten mit ihr teilte.  In diesem Zusammenhang spricht Hillary Chute völlig zurecht von einem kulturtypischen „double standard“. Denn während die Künstlerin wiederholt für ihre als ‚pornografisch’ und ‚primitiv’ bezeichneten Werke kritisiert, verkannt und aus der ‚kanonischen’ Comicgeschichtsschreibung sowie -forschung ausgeschlossen wird, wird Robert Crumb, dessen Werke nicht minder kontrovers oder tabu-brechend sind, als genialer Comickünstler gefeiert. Dabei vereint ein Aspekt das Comic-Schaffen von Robert Crumb und Aline Kominsky-Crumb mit verblüffender Konsequenz: Beide zeichnen autobiografisch. Als „Daumier seiner Zeit“ gelobt und zugleich als pubertärer Zyniker kritisiert, trennt sich Crumb nie von seinem Comic-Ich, das er kompulsiv immer wieder (mit und ohne Hose) zeichnet und be-zeichnet, und inszeniert so eine obszöne Beichte, die selbstironisch stets gebrochen wird. Ist Crumb dabei auf die übertrieben sexualisierte Darstellung der ihn faszinierenden „Honeybunchs“ fokussiert, so stellt Kominsky-Crumb normierte Schönheitsideale, ihre eigene Körperlichkeit, Sexualität, und (kulturelle) jüdische Identität in den Vordergrund.

In dem geplanten Workshop wollen wir die spannungsgeladenen autobiografischen Arbeiten der beiden Künstler_innen in den Blick nehmen und dabei die verschiedenen Ich-Konzeptualisierungen der Crumbs genauso thematisieren und diskutieren wie die ästhetische Inszenierung und politische Verhandlung von Obszönität und Tabubruch, die sich immer wieder in den Comics der beiden Underground-Künstler_innen ausmachen lassen.

 

 


Informationsveranstaltung zur Bachelorarbeit

am Freitag, 25. Januar 2019, 16:00 Uhr, in Hörsaal G (Hörsaalgebäude)

Am Freitag, den 25.01.2019, bietet die BA-Fachberatung Medienkulturwissenschaft von 16 bis ca. 17.30 Uhr in Hörsaal G (Hörsaalgebäude) eine allgemeine Informationsveranstaltung zur Bachelorarbeit an.

Dieser Informationstermin richtet sich an Studierende, die im nächsten oder übernächsten Semester ihre Bachelorarbeit schreiben wollen.

In der Veranstaltung werden Sie informiert über das Anmeldungs- und Prüfungsprocedere, über zeitliche Abläufe, mögliche Prüfer/innen am Institut und Sie erhalten einige weitere Hinweise zur BA-Arbeit, damit Sie Ihre Bachelorarbeit und damit die Schlussphase Ihres BA-Studiums möglichst effizient planen können.

Die in der Veranstaltung vermittelten Informationen basieren auf Ihren Modulhandbüchern, Prüfungsordnungen und den Webseiten des Instituts. Studierende, die nicht an der Veranstaltung teilnehmen können, finden alle wichtigen Informationen in den genannten Quellen


Ringvorlesung Wintersemester 2018/2019

Populäre Bilder

Mittwoch, 18h bis 19.30h

Hörsaal B (Gebäude 105)
Universitätsstraße 35 | 50931 Köln

 

 

Die Ringvorlesung im Wintersemester 2018/19 setzt sich mit populären Bildmedien auseinander.

Welche Formen und Inhalte kennzeichnen ‚das Populäre’ und wie lassen sich populäre Bildmedien beschreiben und verstehen? Was haben allgegenwärtige Bildschirme, den öffentlichen Diskurs bestimmende Motive, viral verbreitete Memes und alterslose Cartoons miteinander zu tun, und wie verhalten sie sich zur bildlichen Gestaltung öffentlicher Räume in der Antike, den Motiven mittelalterlicher Buchillustrationen und frühneuzeitlicher Flugblätter, zu Darth Vader oder Hello Kitty?

Diese und ähnliche Fragen stehen im Vordergrund der Vorlesung, welche sich anhand unterschiedlicher Perspektivierungen und analytischer Zugänge mit der Theorie, Ästhetik und Geschichte populärer Bilder auseinandersetzt. Wir fassen das Feld populärer Bildmedien dabei kulturell, historisch und konzeptuell zunächst möglichst weit: Als bildlich lassen sich visuelle, graphische und bildgebende, aber auch andere ikonisch repräsentierende oder wahrnehmungsnahe sowie metaphorische und indirekt darstellende Medien verstehen. Ebenso umfasst die Suche nach dem Populären die Dimensionen der massenhaften Kommunikation und der Orientierung auf Beliebtheit ebenso wie die Bestimmung eines öffentlichen medialen Raums, die Konstruktion und Konstitution einer imaginierten Gemeinschaft von Adressierten, alte und neue Formen von Partizipationskulturen, Fragen der Repräsentationskritik und der (Re-)Produktion gesellschaftlicher Macht- und Herrschaftsstrukturen sowie die näher zu bestimmende Nähe des Populären zu Propaganda, Populismus und Kulturindustrie.

Die Vortragsreihe greift damit nicht nur ein zentrales Feld medienkulturwissenschaftlicher Forschung auf, sondern schließt auch an benachbarte Forschung in den Disziplinen der Kunst- und Literaturwissenschaft, der Geschichte, der Politikwissenschaft und der Philosophie an. Sie wird zudem Diskussionen aufnehmen und erweitern, die im Sommersemester 2018 im Rahmen der interdisziplinären Ringvorlesung „Aktuelle Perspektiven der Comicforschung“ thematisiert wurden – setzt deren Besuch aber keineswegs voraus.

Leitung und Organisation: Prof. Dr. Stephan Packard und Dr. Véronique Sina

Abstracts